IHK-Studie zur Situation regionaler Technologiegründungen

Wertschöpfung, Wohlstand, Wissen: Unternehmen der regionalen Technologiebranche sind ein maßgeblicher Erfolgsfaktor zur Bewältigung des aktuellen Strukturwandels. Das belegt eine neue Studie der IHK Aachen über Technologiegründungen und -unternehmen in der Wirtschaftsregion Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg. 1.765 Betriebe haben bislang 36.287 Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Allein zwischen 2015 und 2019 sind 572 neue Technologieunternehmen gegründet worden. Das sind über 30 Prozent mehr als in den Jahren 2010 bis 2014.

Auszug aus der Studie:

Hauptprobleme bei der Gründung von Technologieunternehmen

Die Kundenakquise liegt weiterhin auf Rang 1 der Herausforderungen. Dennoch ist im Vergleich zu den Ergebnissen der TOU-Studie 2015 eine deutliche Verbesserung ablesbar. Führte gut die Hälfte der zwischen 2010 und 2014 errichteten Technologieunternehmen Schwierigkeiten bei der Kundengewinnung an, sank dieser Wert in der aktuellen Umfrage auf 42 Prozent. Beim Deutschen Startup Monitor 2019 liegt der Anteil bei gut 55 Prozent der teilnehmenden Start-ups.

Besonders schwer fällt die Vermarktung, wenn in den jungen TGU bezogen auf Marketingstrategien und Vertrieb versiertes Personal (noch) fehlt. Der beklagte Fachkräftemangel erstreckt sich auch auf nicht-technische Qualifikationen. Die Analyse der genutzten Marketingaktivitäten, von den Teilnehmern häufig nur als mäßig erfolgreich bewertet, spricht ebenfalls für die Vermutung fehlender Fachleute mit Marketing-Kompetenzen: Newsletter, Online-Werbung, Suchmaschinenoptimierung und Social Media schätzen gut 60 Prozent der Befragten eher als mittelmäßig erfolgreich ein. Ebenfalls als wenig zielführend erwiesen sich Anzeigen und Einträge in Branchenverzeichnisse. Die Umsetzung an sich sinnvoller Maßnahmen könnte deshalb nur suboptimal gelingen, weil sie nicht in den Händen von Spezialisten liegt.

Mit Abstand erfolgreichste Marketingmaßnahmen waren bei den TGU in der Wirtschaftsregion Aachen, die an der Umfrage teilnahmen, Referenzen und Empfehlungen (gut 81 Prozent). Fast gleichauf liegt der Erfolg persönlicher Beziehungen (gut 79 Prozent). Darüber hinaus erwiesen sich Vertriebspartner (36,6 Prozent), Messeauftritte (30 Prozent sehr guter und 50 Prozent mittelmäßiger Erfolg) als erfolgreiche Wege, neue Kunden zu gewinnen.

Der Erfolg persönlicher Kundenkontakte ist auf die hohe Erklärungsbedürftigkeit der entwickelten Produkte und Leistungen zurückzuführen. Diese lassen sich eher im persönlichen Gespräch erläutern, vielleicht auch demonstrieren. Potenzielle Kunden können nachfragen, wenn sie etwas nicht sofort verstehen. Die hohe Relevanz der persönlichen Kontakte bestätigt, dass die IHK Aachen und ihre Partner in der Gründungs- und Wachstumsförderung die richtigen Akzente setzen. Sie unterstützen durch die AC2 -Wettbewerbe, regionale Branchennetzwerke und andere Formate immer wieder Kontaktanbahnungen in den Zielgruppen der TGU-Studie.

 

Zur Studie

Die IHK Aachen hat die Situation regionaler Technologiegründungen und -unternehmen bereits zum fünften Mal untersucht. Auf 40 Seiten sind die jüngsten Ergebnisse über Status-quo und Entwicklungsmöglichkeiten der Branche kompakt zusammengefasst. Die Studie kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

Der Downloadlink ist unten auf der Seite zu finden.

Quelle: "Technologieunternehmen weiter fördern - IHK Aachen"